Cannabis Schmuggel am Flughafen Köln/Bonn nimmt drastisch zu

Zollfahnder finden geschmuggeltes Cannabis

Zollbeamte beschlagnahmen täglich kiloweise Marihuana aus internationalen Paketsendungen

Gemäss einem aktuellen Bericht des WDR verzeichnet der Zoll am Flughafen Köln/Bonn eine erhebliche Zunahme des Cannabis-Schmuggels. Besonders auffällig ist, dass Drogenhändler vermehrt versuchen, über Paketfracht grosse Mengen Marihuana und Haschisch nach Deutschland zu schicken. Der Flughafen, einer der zentralen Umschlagplätze für Luftfracht in Europa, ist dabei zum Brennpunkt geworden.

Nächtliche Kontrollen decken massiven Drogenschmuggel auf

Im Paketzentrum eines grossen Logistikdienstleisters beginnt die Arbeit der Zollbeamten, wenn gegen 22 Uhr die Fliessbänder anlaufen. Mit einer Kombination aus datenbasierter Analyse, Spürhunden und Röntgengeräten werden verdächtige Sendungen herausgefiltert und kontrolliert.

«Bereits nach etwa 20 Minuten können wir oft erste Treffer verzeichnen», erklärte ein Zollbeamter gegenüber dem WDR. Bei einer kürzlich durchgeführten Kontrolle identifizierte Spürhündin Leika ein Päckchen aus den USA, in dem die Beamten anschliessend fünf verschweisste Plastikpackungen mit Marihuana entdeckten – insgesamt etwa zwei bis drei Kilogramm.

Flughafen Spürhund der Rasse deutscher Schäfer

«Cannabis aus Kalifornien ist der Klassiker»

Jens Ahland, Sprecher des Kölner Hauptzollamtes, bezeichnet Marihuana aus Kalifornien als «Klassiker» unter den Schmuggelwaren. «Das ist bei Konsumenten offenbar sehr beliebt. Wir finden davon jede Nacht kiloweise», wird Ahland im WDR-Bericht zitiert.

Während früher hauptsächlich Cannabis-Pakete gefunden wurden, die aus den USA oder Asien in andere europäische Länder geliefert werden sollten, hat sich die Situation mittlerweile deutlich verändert. «Im Moment haben wir bei Marihuana eine starke Zunahme von deutschen Empfängern. Wir finden immer mehr sogenanntes Gras, das an Adressen in Deutschland gehen sollte», berichtet der Zollsprecher.

Zusammenhang mit Cannabis-Teillegalisierung bleibt unklar

Ob die signifikante Zunahme des Schmuggels in Verbindung mit der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland steht, bleibt unklar. Die Zollbeamten möchten über die Gründe dieser Entwicklung nicht spekulieren, stellen jedoch fest, dass die Schmuggler ihre Waren kaum noch verstecken.

Laut dem WDR-Bericht machen sich die Absender in den USA neuerdings meist nicht einmal mehr die Mühe, das Marihuana zwischen anderen Produkten zu tarnen. Die Bandbreite der Sendungen reicht von kleinen Päckchen mit einigen hundert Gramm bis hin zu Grosslieferungen mit bis zu 20 Kilogramm Cannabis in einem einzigen Paket.

Kreative Schmuggelversuche und Folgeermittlungen

Neben den offensichtlichen Schmuggelversuchen gibt es auch kreativere Ansätze. So entdeckten Zollbeamte kürzlich Marihuana-Päckchen, die ein Absender aus Thailand in eine grosse Deckenleuchte eingebaut hatte. Dank der Röntgengeräte konnte der Schmuggel jedoch aufgedeckt werden.

«Um Schmuggler und Empfänger kümmert sich bei uns jetzt die Zollfahndung. Aus einem kleinen Paket mit Rauschgift kann ein grosses Verfahren gegen eine weltweit operierende Drogenbande werden», erklärt Jens Ahland dem WDR die weiteren Schritte nach einem Fund.

Abgenutzte Wartehalle eines Flughafens

Nur die Spitze des Eisbergs

Trotz der beeindruckenden Erfolge des Zolls am Flughafen Köln/Bonn, wo jede Nacht hunderte Pakete aus aller Welt durchsucht werden, dürften die Funde nur einen Bruchteil des tatsächlichen Schmuggels darstellen. Die beschlagnahmten Drogen – darunter tonnenweise Cannabis – werden letztendlich in einer Verbrennungsanlage vernichtet.

Der WDR-Bericht macht deutlich, dass der internationale Drogenhandel über Paketdienste ein wachsendes Problem darstellt, dem die Behörden mit zunehmender Wachsamkeit begegnen müssen

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